Veganer Wein und veganes Bier
Aus Veganpedia, der freien veganen Enzyklopädie
Inhalt (8)
Wein und Bier werden aus Pflanzen hergestellt, aber manche werden mit tierischen Schönungsmitteln wie Hausenblase, Gelatine, Kasein oder Eiklar geklärt. Vegane Varianten verwenden mineralische oder pflanzliche Mittel oder verzichten ganz auf die Schönung.
Kurzfakten
- Warum nicht immer vegan
- Tierische Schönungsmittel
- Tierische Schönungsmittel
- Hausenblase, Gelatine, Kasein, Eiklar
- Vegane Mittel
- Bentonit, Aktivkohle, Erbsenprotein, Kieselsol
- Weitere Bedenken
- Honig, Laktose
- Kennzeichnung
- Oft nicht vorgeschrieben
Veganer Wein und veganes Bier sind alkoholische Getränke, die ohne tierische Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe hergestellt werden. Obwohl Wein aus Trauben und Bier aus Getreide, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt wird, verwenden manche Erzeuger tierische Produkte, um ihre Getränke zu klären bzw. zu schönen. Deshalb sind nicht alle Weine und Biere für Menschen mit veganem Lebensstil geeignet, auch wenn diese Stoffe selten auf dem Etikett stehen.
Warum geschönt wird
Frisch hergestellter Wein und frisch gebrautes Bier enthalten winzige Schwebeteilchen, darunter Proteine, Hefezellen, Tannine und andere Verbindungen, die Trübungen, Bitterkeit oder Instabilität verursachen können. Diese Teilchen setzen sich mit der Zeit oft von selbst ab, doch viele Erzeuger beschleunigen den Vorgang, indem sie ein Schönungsmittel zugeben. Das Mittel bindet unerwünschte Teilchen, lässt sie verklumpen und absinken, danach wird das Getränk abgezogen oder gefiltert. Schönungsmittel sind Verarbeitungshilfsstoffe und werden größtenteils wieder entfernt, es können aber Spuren zurückbleiben.
Tierische Schönungsmittel
| Mittel | Herkunft | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Hausenblase | Getrocknete Schwimmblasen von Fischen | Traditionell bei Fassbieren (Cask Ales) und manchen Weinen |
| Gelatine | Kollagen aus tierischer Haut, Knochen und Bindegewebe | Wein und manche Biere |
| Kasein | Milchprotein | Vor allem Weißweine |
| Eiklar (Albumin) | Eiweiß | Vor allem Rotweine |
| Chitosan | Oft aus Krebstierschalen gewonnen (auch aus Pilzen erhältlich) | Wein |
Gelegentlich werden andere tierische Zutaten eingesetzt, und früher verwendeten manche Erzeuger Blut, was heute in vielen Ländern eingeschränkt oder verboten ist.
Vegane Alternativen
Erzeuger, die auf tierische Produkte verzichten, nutzen verschiedene Alternativen:
- Bentonit – eine Tonerde, die Proteine bindet und in der Weinherstellung weit verbreitet ist.
- Aktivkohle – entfernt bestimmte Farb- und Geruchsstoffe.
- Kieselsol (Siliziumdioxid) – wird zur Klärung von Bier und Wein verwendet.
- Erbsen- und Kartoffelproteine – pflanzliche Alternativen zu Gelatine oder Eiklar.
- Irisch Moos (eine Rotalge, Carrageen) – wird beim Brauen traditionell während des Würzekochens eingesetzt.
- Filtration und Zentrifugation – mechanische Verfahren, die Teilchen entfernen.
- Keine Schönung – manche Weine tragen die Angabe „ungeschönt“ oder „unfiltriert“ und dürfen sich natürlich absetzen.
Weitere nicht vegane Zutaten
Abgesehen von Schönungsmitteln enthalten manche Getränke tierische Produkte als Zutaten:
- Honig – wird in Met und manchen Bieren und Ciders verwendet.
- Laktose – Milchzucker, der „Milk Stouts“ und manchen süßen oder fruchtigen Bieren zugesetzt wird.
- Milchprodukte und Eier – stecken in Sahnelikören, Eierlikör bzw. Eierpunsch und manchen Cocktails.
- Karmin (Cochenille) – ein aus Insekten gewonnener roter Farbstoff, der früher in manchen Aperitifs und Likören verwendet wurde.
Bei Cocktails ist Eiweiß ein traditionelles Schaummittel in Sours; Aquafaba ist eine verbreitete vegane Alternative.
Kennzeichnung
In vielen Ländern müssen Erzeuger Verarbeitungshilfsstoffe nicht auf dem Etikett angeben. In der Europäischen Union müssen Weine, die nachweisbare Rückstände von Schönungsmitteln aus Ei oder Milch enthalten, diese als Allergene kennzeichnen; andere Mittel wie Hausenblase und Gelatine müssen jedoch in der Regel nicht aufgeführt werden. Fehlen tierische Zutaten auf dem Etikett, ist das also keine Garantie dafür, dass ein Getränk vegan ist.
So kannst du es prüfen
Wer vegane Getränke sucht, nutzt meist eine oder mehrere der folgenden Methoden:
- Auf vegane Kennzeichnungen achten – manche Erzeuger tragen ein veganes Logo oder eine Zertifizierung von Organisationen, die unter vegane Zertifizierungen und Siegel beschrieben werden.
- Websites der Erzeuger prüfen – viele Weingüter und Brauereien geben an, ob ihre Produkte vegan sind.
- Den Erzeuger kontaktieren – direkt nach Schönungsmitteln und Zutaten zu fragen, ist oft die zuverlässigste Methode.
- Online-Datenbanken nutzen – von Freiwilligen gepflegte Listen und Listen von Händlern erfassen den veganen Status vieler Getränke, die Angaben können aber veraltet sein.
- Auf die Kennzeichnung der Händler achten – manche Supermärkte kennzeichnen ihre Eigenmarken-Weine und -Biere als für Veganer geeignet.
Trends
Die Nachfrage nach veganen Produkten hat dazu geführt, dass immer mehr Erzeuger auf nicht tierische Schönungsmittel umstellen oder ganz auf die Schönung verzichten und ihre Produkte entsprechend kennzeichnen. Einige bekannte Brauereien, die traditionell Hausenblase verwendeten, haben deshalb ihre Filtrationsverfahren geändert. Viele Lagerbiere und Flaschenbiere werden mechanisch gefiltert und enthalten keine tierischen Produkte, während traditionelle Fassbiere (Cask Ales) eher mit Hausenblase geschönt wurden.
Siehe auch
Dieser Artikel nennt noch keine externen Quellen. Füge eine verlässliche Quelle hinzu, damit Leser*innen es überprüfen können.
Links auf diese Seite: Versteckte tierische Zutaten · Vegan werden · Vegane Zertifizierungen und Siegel · Veganes Glossar · Vegane Feiertage und Feste